Weihnachtsgeschenk für Erzieherin und Lehrerin
Ein Weihnachtsgeschenk für die Erzieherin oder Lehrerin muss nicht groß sein: was wirklich ankommt, wann sich ein Gruppengeschenk lohnt, was das Kind beiträgt.
von Mara Krapp · Veröffentlicht am 12. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Jedes Jahr Anfang Dezember fängt es an der Kita-Garderobe an. Zwischen Matschhosen und Wechselsocken fragt jemand leise: „Macht ihr eigentlich was für die Erzieherinnen?" Und dann steht man da, mit einem Kind am Bein, das die Mütze nicht aufsetzen will, und überlegt, ob man das vergessen hätte.
Ich kenne das als Mama selbst ganz gut. Und ich habe über die Jahre gemerkt, dass die Frage nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk für die Erzieherin oder die Lehrerin meistens viel größer gemacht wird, als sie ist. Die Menschen, die jeden Tag mit unseren Kindern verbringen, wünschen sich selten etwas Teures. Sie wünschen sich, gesehen zu werden.
Was als Weihnachtsgeschenk für die Erzieherin wirklich ankommt
Ich glaube, am meisten bedeuten die Worte. Nicht die dritte Duftkerze, nicht die Pralinen, die sich im Lehrerzimmer neben fünf anderen Schachteln stapeln. Sondern ein Satz, der zeigt, dass jemand hingeschaut hat.
Am stärksten wirkt ein Dank für etwas Konkretes. „Danke für alles" ist lieb, aber es könnte für jede gelten. Das hier gilt nur für eine:
„Danke, dass du Mila im Herbst jeden Morgen an der Tür abgeholt hast, als sie nicht loslassen wollte. Seit ein paar Wochen winkt sie mir einfach zu."
„Danke, dass Sie Jonas das Lesen nicht verleidet haben, obwohl er es so lange nicht wollte. Er liest jetzt abends heimlich unter der Decke."
Solche Sätze muss man nicht lang suchen. Meistens erzählt das Kind sie einem beim Abendessen, man muss sie nur aufschreiben, bevor man sie vergisst. Eine kurze Notiz im Handy, wann immer das Kind von der Kita erzählt, reicht dafür völlig.
Das Kind macht mit
Was ein Geschenk für Erzieher und Lehrer wirklich persönlich macht, ist die Spur des Kindes. Ein Tannenbaum mit zu vielen Kugeln, ein Name in Krakelbuchstaben, ein Strichmännchen, das angeblich die Erzieherin ist. So etwas kauft man nirgends, und genau deshalb wird es aufgehoben.
Je nach Alter kann das Kind:
- ein Bild malen, das du einfach mit in den Umschlag legst,
- seinen Namen selbst unter deine Zeilen schreiben, so gut es eben geht,
- dir einen Satz diktieren, den du wörtlich übernimmst — auch wenn er grammatikalisch abenteuerlich ist. Gerade dann.
Bei Schulkindern darf es ruhig mehr sein. Ein Zweitklässler kann drei eigene Sätze schreiben, und eine Lehrerin liest die mit anderen Augen als jede Karte von uns Eltern.
Einzelgeschenk oder Gemeinschaftsgeschenk der Gruppe?
Beides hat seinen Platz. Ein Gemeinschaftsgeschenk der ganzen Gruppe oder Klasse nimmt Druck raus: Niemand muss vergleichen, keine Familie fühlt sich unter Zugzwang, und die Erzieherin bekommt nicht zwanzig Kleinigkeiten, die sie irgendwo unterbringen muss. Schön finde ich dabei eine gemeinsame Mappe oder ein kleines Heft, in das jedes Kind eine Seite malt. Das kostet fast nichts und ist am Ende das, was im Regal stehen bleibt.
Ein Einzelgeschenk passt, wenn es eine besondere Verbindung gibt. Wenn dein Kind in diesem Jahr eine schwere Zeit hatte und eine bestimmte Person es getragen hat. Dann darf das auch ein eigener, kleiner Dank sein — zusätzlich zu dem, was die Gruppe macht.
Für so einen Dank habe ich die Anlasskarte »Danke« gemacht. Auf der Karte steht „Das war nicht selbstverständlich", auf dem Holzplättchen ein kleiner Blumenstrauß, darunter: „Es hat mir viel bedeutet." Gedacht ist sie unter anderem für die Erzieherin zum Abschied, aber der Satz passt genauso zu Weihnachten. Ohne Gravur kostet sie 4,90 €, mit Gravur 9,90 € — dann steht der Name unten im Bogen des Plättchens, und das Plättchen bleibt, wenn die Karte längst weggeräumt ist.
Wer etwas für jeden Tag möchte: Das Frühstücksbrettchen »Blumenwiese« trägt den Namen wie ein Schild am Feldrand, darunter Gänseblümchen, Mohn und Klee. Buchenholz, lasergraviert, 12,90 €. Ein Motiv ohne Anlass, das auch im Februar noch auf dem Tisch liegen darf.
Und falls bei euch ein Plotter steht: Mit der Plottervorlage »Tannenbaum mit Stern« lassen sich aus einfachen Stoffbeuteln Geschenkbeutel machen. Die Privatlizenz für 0,99 € deckt auch Geschenke ab, die Bedingungen stehen unter /lizenz.
Ein kleiner Rahmen ist kein Geiz
Viele Kitas und Schulen haben eigene Regeln oder zumindest Wünsche dazu, was Erzieherinnen und Lehrkräfte annehmen dürfen und wie viel ein Geschenk wert sein sollte. Das ist sehr unterschiedlich, und ich will hier keine Zahlen nennen, die bei euch nicht stimmen. Im Zweifel fragt kurz beim Elternbeirat nach, der weiß meistens, wie es die letzten Jahre gehandhabt wurde.
Ich finde diesen Rahmen ehrlich gesagt entlastend. Er nimmt dem Geschenk den Wettbewerb und lenkt den Blick auf das, was ohnehin am meisten zählt: die Zeilen in der Karte und die Zeichnung des Kindes.
Zum Praktischen: Der letzte Tag vor den Weihnachtsferien liegt oft ein paar Tage vor Heiligabend, und an dem Tag soll das Geschenk ja da sein. Wenn du etwas mit Namen bestellst, rechne mit 7 bis 10 Werktagen in Deutschland (9 bis 12 nach Österreich), die Fertigung in meiner Werkstatt in Bergisch Gladbach ist darin schon eingerechnet. Plane also mindestens zwei Wochen vor dem letzten Kita- oder Schultag ein. Karten ohne Gravur sind lagernd und brauchen 3 bis 5 Werktage.
Und wenn es dieses Jahr nur für eine Karte reicht, ist das kein bisschen weniger. Ein Satz, der zeigt, dass du hingeschaut hast, ist das Geschenk.


