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Adventskalender füllen: 24 Ideen, nicht nur Süßes

Adventskalender füllen ohne Süßigkeitenberg: 24 Ideen für Kinder und Erwachsene, von kleinen Gutscheinen bis zu Karten mit Worten, die bleiben dürfen.

von Mara Krapp · Veröffentlicht am 15. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Kleine Säckchen aus Kraftpapier mit Bindfaden, dazwischen ein paar Holzscheiben und Tannenzweige auf hellem Leinen

Ende Oktober liegen bei uns die ersten kleinen Säckchen auf dem Tisch, und jedes Jahr stehe ich dann vor derselben Frage: Wie soll ich 24 Türchen füllen, ohne dass am Ende ein Berg Schokolade im Schrank liegt? Wer nach Ideen zum Adventskalender-Füllen sucht, kennt das. Die ersten fünf Säckchen gehen leicht. Ab Nummer zwölf wird es zäh.

Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass ein Adventskalender gar nicht 24 kleine Geschenke braucht. Er braucht 24 kleine Momente. Manche davon kosten Geld, viele nicht. Und die, an die sich Kinder und Erwachsene später erinnern, sind selten die teuren.

Übrigens war das schon ganz am Anfang so. Der Münchner Verleger Gerhard Lang, der als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt, soll die Idee von seiner Mutter gehabt haben: Sie nähte ihm 24 Kekse auf einen bemalten Karton, und er durfte jeden Tag einen essen. Kein großes Geschenk, nur eine Kleinigkeit am Tag, auf die man sich freut.

Adventskalender füllen: Ideen für Kinder

Kinder freuen sich weniger über den Wert eines Türchens als über das Öffnen selbst. Deshalb dürfen die Füllungen klein sein, solange sie abwechseln.

  1. Ein Puzzleteil pro Tag. Ein Puzzle mit 24 Teilen, jeden Tag kommt eins dazu. Am 24. ist das Bild fertig.
  2. Ein Gutschein für etwas Gemeinsames: „Heute backen wir zusammen“, „Heute darfst du das Abendessen aussuchen“, „Heute lese ich dir zwei Kapitel vor“.
  3. Straßenkreide in einer einzelnen Farbe, damit auch der Dezember mal draußen stattfindet.
  4. Ein Rätsel oder eine kleine Schatzkarte, die zum eigentlichen Türchen führt.
  5. Ein Haargummi, eine Haarspange, ein Paar bunte Schnürsenkel.
  6. Eine Tüte Blumensamen für das Fensterbrett im Frühjahr.
  7. Ein Stempel oder ein Bogen Aufkleber für die eigenen Weihnachtskarten.
  8. Eine Taschenlampe für den Abendspaziergang zum Lichterschauen.

Bei kleinen Kindern helfe ich mir mit einem einfachen Rhythmus: Jedes dritte Türchen ist etwas Süßes, die anderen sind etwas zum Tun. So bleibt die Schokolade etwas Besonderes, statt zur Pflicht zu werden.

Kleine Worte als Füllung

Mein liebstes Türchen ist eines, in dem kein Ding steckt, sondern ein Satz. Ein gefalteter Zettel, auf dem steht, was man am Kind mag, wird oft länger aufgehoben als das Spielzeug vom Vortag.

  1. Ein Satz, den du an deinem Kind bewunderst: „Ich habe gesehen, wie du gestern deiner Schwester geholfen hast.“
  2. Eine Erinnerung: „Weißt du noch, wie wir im Sommer den Frosch im Teich gefunden haben?“
  3. Eine Mutmacher-Karte für einen bestimmten Tag. Steht im Dezember etwas an, das Mut braucht, etwa der erste Auftritt bei der Weihnachtsfeier, darf genau an diesem Morgen die passende Karte im Kalender liegen.

Für solche Tage mache ich in meiner Werkstatt in Bergisch Gladbach die Mutmacher: eine A6-Karte mit einem lasergravierten Holzplättchen aus Birkensperrholz, Ø 40 mm. Beim Mutmacher »Ich trau mich« steht auf der Karte „Auch wenn es groß aussieht“, auf dem Plättchen sitzt ein kleiner Bär, ganz unten heißt es „Wir sind da. Immer.“ Der Mutmacher »Ich werde geliebt« mit dem kleinen Hasen sagt „Ohne dass du etwas dafür tust“ und unten „Einfach so. Jeden Tag.“ Ich finde, der passt gut zum 24., wenn alle anderen Türchen offen sind.

Eine A6-Karte ist größer als die meisten Säckchen. Ich lege sie deshalb an den großen Tagen flach unter den Kalender oder klemme sie mit einer Holzklammer an die Schnur. Ohne Gravur kosten die Karten 4,90 €, mit dem Namen des Kindes unten im Bogen des Plättchens 9,90 €.

Ideen für Erwachsene

Ein Adventskalender für den Partner, die Freundin oder die eigene Mama muss nicht romantischer sein als einer für Kinder. Er darf einfach freundlich sein.

  1. Eine besondere Teesorte, jeden Tag ein anderer Beutel.
  2. Ein handgeschriebenes Rezept, das du selbst gern kochst.
  3. Ein altes Foto mit einem Satz auf der Rückseite.
  4. Ein Gutschein für eine Stunde Ruhe: „Ich übernehme heute das Abendessen und den Abwasch.“
  5. Ein Lied mit einem Satz dazu, warum es dich an die Person erinnert.
  6. Eine kleine Handcreme oder ein Lippenpflegestift für die kalten Tage.
  7. Ein Brief in Etappen: jeden Tag ein Absatz, am 24. die Unterschrift.
  8. Ein Glücksbringer für einen bestimmten Termin. Hat jemand im Dezember eine Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch, gehört an diesen Tag etwas, das die Daumen drückt.

Für genau diesen Fall gibt es die Anlasskarte »Viel Glück«: „Vier Blätter für dich“ auf der Karte, ein Kleeblatt auf dem Plättchen und unten „Ich drücke dir die Daumen.“ Dieselbe A6-Karte, dasselbe Holzplättchen, 4,90 € ohne und 9,90 € mit Name.

Füllungen, die nichts kosten

Ein paar Türchen dürfen ganz ohne Kauf auskommen. Gerade bei 24 Stück entlastet das, und oft sind es die schönsten.

  1. Ein Spaziergang zu einem Ort, an dem ihr noch nie wart.
  2. Ein Spieleabend, das Spiel darf das Kind oder der Partner aussuchen.
  3. Ein Abend ohne Bildschirm, mit Kerze und Vorlesen.
  4. Selbst gebackene Plätzchen, die man vorher gemeinsam ausgestochen hat.
  5. Ein Zettel mit „Heute gehört der Tag dir“ und ein Nachmittag, an dem wirklich nichts anderes ansteht.

Säckchen selbst gestalten

Wer einen Plotter hat, kann den Kalender selbst zum Teil des Geschenks machen. Die Plottervorlage »Tannenbaum mit Stern« ist aus einer geschwungenen Linie gezeichnet und auf 10 cm längste Seite angelegt, kleiner sollte sie nicht werden. Für die winzigen Säckchen ist sie deshalb zu groß, aber auf dem großen Beutel für den 24. oder auf einem Stoffsack, in dem der ganze Kalender verschenkt wird, sieht sie schön aus. Mit der Privatlizenz für 0,99 € plottest du für dich und für Geschenke, der Download kommt sofort nach der Zahlung. Mehr Motive findest du unter Digitale Vorlagen.

Rechtzeitig planen

Der Kalender fängt am 1. Dezember an, und dann sollte alles da sein. Karten ohne Gravur sind lagernd und in Deutschland in 3 bis 5 Werktagen bei dir. Wenn du einen Namen gravieren lassen möchtest, rechne mit 7 bis 10 Werktagen, die Fertigung in meiner Werkstatt ist darin schon eingerechnet. Nach Österreich sind es 9 bis 12. Am entspanntesten ist es, wenn du Mitte November bestellst. Und weil die Karte für den 24. ja erst am Ende gebraucht wird, darf sie notfalls auch etwas später kommen.

Wer noch für andere Menschen sucht: Ein paar Gedanken zu kleinen Budgets stehen in meinem Text über Wichtelgeschenke unter 10 €.


Am Ende ist ein Adventskalender eine Art, jeden Tag „Ich denke an dich“ zu sagen. Das muss nicht jeden Tag gleich laut sein. Ein Puzzleteil, ein Teebeutel, ein Satz auf einem Zettel: Hauptsache, es kommt morgen wieder etwas.

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